Geschichte der Hoppediz-Wache

Der typischsten Figur des Düsseldorfer Karnevals, dem Hoppeditz, ist einer der jüngeren Düsseldorfer Karnevals-Gesellschaften gewidmet – die Hoppediz-Wache e.V.                           (ohne „t”)

Am 11.11 2005 um 11.11 Uhr beschlossen elf Freunde die Gründung.

Das Datum wird jährlich wiederkehrend “Im goldenen Kessel” (Brauerei Schumacher) gefeiert. Immer am ersten Samstag nach Hoppeditz-Erwachen – denn das wollen wir nicht verpassen.
Die Gesellschaft hat inzwischen 35 ordentliche Mitglieder; und 9 „offizielle Nicht-Mitglieder“ (diese ganz eigene Kategorie von engen Freunden des Vereins gibt es nur bei uns. Sie möchten keinem Verein beitreten, aber unbedingt dabei sein. Sie entrichten jährlich eine Spende in Höhe des Vereinsbeitrags, übernehmen aber keine Vereinsaufgaben und sind nicht wählbar).

„Die Idee, dem Hoppeditz eine Wache an die Seite zu stellen, ist einem der Gründungsmitglieder beim Betrachten eines etwa fünf Meter hohen Hoppeditz-Denkmals aus dem 19. Jahrhundert gekommen“, berichtete Clemens Kaiser. Das auffällige Denkmal war von bedeutenden Künstlern gestaltet (u. a. von den berühmten Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie Andreas Achenbach und Wilhelm Camphausen).

Vier Säulen trugen einen quadratischen Baldachin, auf dem ein Spielwürfel prangte. Unter dem Baldachin stand eine Hoppeditzfigur; jedoch nicht in Narrenkleidern, sondern im Gewand eines antiken römischen Redners, mit einem Weinpokal in der Rechten. Damit sollte die gesellschaftliche Funktion des Hoppeditz unterstrichen werden: Er ist (und bleibt) das populärste Symbol der Redefreiheit.
Er muss vor allem der Obrigkeit den Spiegel vorhalten. Um daran zu erinnern, war das Wort Hoppeditz auf dem Denkmal in Spiegelschrift geschrieben. Eine Abbildung
befindet sich heute im Düsseldorfer Karnevals-Museum.

Das Denkmal stand von 1841 bis 1860 auf dem Carlsplatz in Düsseldorf. Bewacht wurde es von Hoppeditz-Gardisten. „Warum das Denkmal wieder entfernt
wurde, ist unklar“, so Kaiser. Es wurde in einer politischen Aufbruchstimmung errichtet als satirische Huldigung an die Gedanken- und Redefreiheit. Nach der
gescheiterten März-Revolution 1848 aber könnte es den reaktionären Kräften und der Zensur ein Dorn im Auge gewesen sein. In der Geschichte der Stadt Düsseldorf
heißt es „Der Staat … misstraute seit der Revolution von 1848 den Karnevalisten.“

Dem Vorstand der Hoppediz-Wache gehören Dr. Markus Schäfer (1. Vorsitzender), Rafaela Kaiser (2. Vorsitzende), Nicole Schäfer (Schriftführerin), Angela Momsen (Schatzmeisterin), Clemens Kaiser (Präsident), eine tief im Düsseldorfer Karneval verwurzelte, bekannte Persönlichkeit, Ursula Bechtle (stellvertretenden Schatzmeisterin) und Regina Stocks (Literatin) an. Die Hoppediz-Wache feiert ihre Bürgersitzungen – keine Prunksitzungen, die in der Schwankhalle der Brauerei Schumacher an der Oststrasse veranstaltet werden.
„Die wenigen Plätze sind praktisch immer ausverkauft. Das liegt sicherlich an dem selbst zusammengestellten Programm und der familiären Atmosphäre, in der sich jeder Gast und auch Künstler wohl fühlt, freut sich Clemens Kaiser.

Die Hoppediz-Wächter der Gesellschaft tragen wie seinerzeit Kleider in Narrenfarben, einen Umhang, Filzhüte und eine Hellebarde. Und die Schreibweise
richtet sich nach der Überlieferung: Hoppediz ohne „t“. Der Verein fühlt sich seiner Leitfigur und der Idee freiheitlichen Denkens verpflichtet. Er wird einen eigenen
Beitrag dazu leisten, das Wissen um den Hoppediz zu vergrößern. Im ersten Schritt ist geplant, mithilfe von Historikern die Vorgänge um das alte Denkmal aufzuklären.

Und inzwischen ist dem Hoppeditz in Düsseldorf ja wieder ein tolles Denkmal gesetzt worden: Das Hoppeditz-Denkmal hinter dem Karnevals-Museum im Herzen der Düsseldorfer Altstadt.

Dieses Denkmal wurde von dem Düsseldorfer, weltbekannten Künstler, Bert Gerresheim geschaffen. Vielen Dank dafür an Bert Gerresheim und der Landeshauptstadt Düsseldorf